Die ersten literarischen Werke des 1962 in der Oberpfalz geborenen Autors Sebastian Brahn sind in den frühen 80er Jahren entstanden. Es sind Reflexionen existenzieller Problematik, wie sie nur junge Menschen empfinden können.
Eingebunden in die Banalität des Alltäglichen streben seine Protagonisten nach dem Enträtseln einer spiritualen Welt, die das Letztendliche aufzuspüren versuchen, um das Verborgene darin sichtbar zu machen.
Von seinen Erstlingswerken ist Paul und das Schattengeflüster im Verlag Vier JahreszeitenHaus erschienen.
Anfang der 90er Jahre verfasste er mehrere Manuskripte, wie beispielsweise die Erzählung Spiegel-Reflexe, die Kurzgeschichte Das Rätsel im Laubwald und den Roman Dunkel über dem Hausner Hof, der 2004 unter dem Titel Auf der Straße der zerbrochenen Träume im Projekte Verlag veröffentlicht wurde. Dieses Buch erinnert an eine Zeit, in der das bäuerliche Leben auf dem Land noch allgegenwärtig und mühevoll war. Die Geschichte, dessen fiktive Handlung in einem kleinen Dorf in Niederbayern beginnt, könnte sich ebensogut in jeder beliebigen Gegend abgespielt haben, denn die tragische Romanfigur Alois ist ein Produkt seiner Zeit und wird greifbar durch die Beobachtungsgabe des Autors, den schon immer Hintergründe interessiert haben.
Einige Facetten dieser Bilder verarbeitete er auch in der Erzählung Spiegel-Reflexe, die 2003 publiziert wurde, von der aber keine Neuauflage erhältlich ist.
Im Laufe der 90er Jahre entstanden Romane, Theaterstücke und Erzählungen unterschiedlichster Thematik.
Im Gegensatz zu seinen vorangegangenen Werken wurde das Buch
Wir seh'n uns wieder am Drewenz Strand nach wahren Begebenheiten geschrieben und erzählt tatsächlich Erlebtes. Die Zeitzeugin selbst hat es angeregt, indem sie eines Tages zu ihm sagte:
Wolltest du nicht über meine Flucht aus Ostpreußen schreiben? Wenn du es jetzt nicht machst, brauchst du es nicht mehr zu tun. Ich bin alt und will es vergessen!
Er hat zahlreiche Interviews mit ihr gemacht und sich beim Verfassen des Textes nah an das Geschilderte gehalten, das mitunter erstaunlich detailgenau war. Zeitgleich hat er umfangreich recherchiert und sich durch Reportagen, Informationen und Berichten ein Bild von jener Zeit gemacht. Es wurde für ihn zu einer persönlichen Annäherung an dieses dunkle Kapitel Deutscher Geschichte.
Der im Frühjahr 2021 erschienene Tatsachenroman
Ihr Taufkleid war aus Fallschirmseide schildert Ereignisse aus der Endkriegsphase und Nachkriegszeit, deren Begebenheiten zu einer politischen Gesamtschau verarbeitet werden.
Die Protagonisten sind lebende oder bereits verstorbene Zeitzeugen, deren Geschichten in dem Buch nacherzählt werden. Ihre Erinnerungen geben Einblicke in die verschiedenen Regionen des einst geteilten Deutschlands und tragen so zu mehr Verständnis bei. Die geschichtlichen Hintergründe hierzu wurden sorgfältig recherchiert.
Die Hütte der Mondscheintänzer ist eine Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Lebensbereichen, die Ende der Siebziger Jahre in manchen ländlichen
Regionen unüberbrückbare Kontraste zueinander bildeten. Der Bogen spannte sich vom harten bäuerlichen Leben auf alten Höfen bis hin zur Hippiebewegung, die sich verspätet auf dem Land entfaltete.
Er reichte vom Traditionsbewusstsein dörflicher Gemeinschaft bis hin zu alternativen Lebensentwürfen. Von gefühlter Biederkeit mit manch verbundenen Zwängen bis zu politischen Aktivisten mit
revolutionärem Gedankengut.
Die Satire Rufus Sänger und der Abgeordnete wurde als Kammerspiel veröffentlicht. Die Umstände sind frei erfunden, manche der geschilderten Begebenheiten jedoch nicht. Der Autor thematisiert in dieser Satire eine zunehmende Rücksichtslosigkeit. Revierkämpfe und Migrationsprozesse fördern das Brodeln um die Problematik eines immer knapper werdenden Wohnraums in den Großstädten, wo sich in manchen Gegenden allmählich das Recht des Lärmenden durchzusetzen scheint.
Der Roman Trügerische Erbschaft entstand nach einer Vorlag von Gerit
Halme. Der Text wurde 2015 von Sebastian Brahn aufgegriffen und überarbeitet. Er prägte auch den Erzählstil.
Das Thema bewegt sich zwischen Krimi und Selbstfindung und ist als leichte Unterhaltungslektüre gedacht.